Endlich Ausbau des Bahnknotens Mönchengladbach voranbringen
von Rainer Engel | Fahrgastverband PRO BAHN fordert umfassendes Bahnkonzept
Ausbau Bahnknoten Mönchengladbach voranbringen
Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt ausdrücklich die Planungen des Rats der Stadt Mön-
chengladbach, einen neuen S-Bahn-Halt im Stadtteil Güdderath zur besseren Anbindung des
öffentlichen Verkehrs an die dortigen Gewerbegebiete.
„Diese Entscheidung muss der Beginn sein für ein Gesamtkonzept, das die Region Mönchen-
gladbach als Wirtschaftsstandort und Wohnort stärkt“, weiß Dr. Thomas Probol, stv. Landesvor-
sitzender von PRO BAHN Nordrhein-Westfalen. „Besonders wichtig ist es jetzt, die Verlängerung
der S8 bis Dalheim anzugehen. Dazu muss endlich die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben
werden, damit die Realisierung auch bis 2040 erfolgen kann. So sehen es die Zielnetze 2040 von
VRR und go.Rheinland vor.“ Eine Verlängerung darüber hinaus bis ins niederländische
Roermond hält PRO BAHN für wünschenswert, sieht allerdings nur wenig Umsetzungschancen.
„Die Bereitschaft auf niederländischer Seite erscheint momentan zu gering.“
„Weiterhin sehen die Zielnetze auch eine neue Regionalbahnlinie von Aachen über Mönchen-
gladbach nach Düsseldorf vor, die auch in Herrath und Wickrath hält“, erinnert Probol. „Gerade
für Einwohner dieser Stadtteile und Rheydt bringt sie eine deutlich bessere und vor allem umstei-
gefreie Anbindung an Neuss und Düsseldorf. Und die weit entfernt liegenden, westlichen Stadt-
teile bekommen durch einen dichteren Takt eine verbesserte Anbindung an die Zentren in Rheydt
und Gladbach. Diese Linie kann in Betrieb gehen, sobald die Mönchengladbacher und
Düsseldorfer Stellwerke modernisiert worden sind, wovon in den nächsten Jahren auszugehen
ist. Und diese neue Linie benötigt keine neue Infrastruktur. Sie muss nur beschlossen werden.“
Der PRO BAHN Landesvorsitzende Dr. Andreas Schröder ergänzt: „Bahnprojekte sind langwie-
rig. Selbst wenn man die Linie 2027 bei go.Rheinland und VRR beschließen würde, was schon
ambitioniert wäre, könnte man wegen öffentlicher Ausschreibung und Wartezeiten bei der Fahr-
zeugbeschaffung frühestens zum Fahrplanjahr 2033 den Betrieb aufnehmen. Es ist jetzt an der
Zeit, dass sich Politik und Verwaltung klar dafür aussprechen und sich bei VRR und go.Rheinland
für die Realisierung einsetzen.“
Schließlich gibt es noch ein weiteres Projekt, dass Probol als Rheindahlener besonders am Her-
zen liegt: „Die Verlegung des Bahnhofs Rheindahlen ins Stadtteilzentrum hat der Mobilitäts-
ausschuss der Stadt Mönchengladbach schon 2018 befürwortet, inklusive Errichtung einer
Mobilitätsstation mit P+R Parkplatz. Allerdings wissen momentan weder DB noch VRR von
diesen Plänen. Es scheint, also ob man den Beschluss einfach in der Schublade hat verschwin-
den lassen. Dabei würde die Verlegung vielen Rheindahlenern einen deutlich kürzeren Weg zum
Bahnhof bringen. Das bringt mehr Reisekomfort und viele neue Fahrgäste, zumal es der bisherige
Bahnhof nur die schlechteste Einordnung „nicht tolerierbar“ im neuesten VRR-Stationsbericht
bekommen hat. Durch die Verlegung kann der Halt gleich barrierefrei und mit besserer
Aufenthaltsqualität angelegt werden, und Rheindahlen wird als lokales Versorgungszentrum
aufgewertet. Wenn die Umsetzung in Güdderath aus Kohleausstiegsmitteln erfolgen soll, muss
das auch in Rheindahlen gehen.“
Für den Fahrgastverband PRO BAHN fassen Schröder und Probol zusammen: „Ein ganzheitli-
ches Bahnkonzept braucht die Umsetzung vieler Einzelmaßnahmen, die wie Räder eines Uhr-
werks ineinander greifen. PRO BAHN fordert alle Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und bei
Aufgabenträgern auf, sich konsequent für die Umsetzung aller Maßnahmen einzusetzen. Es darf
nicht bei dem ab und zu mal ein wenig Stückwerk bleiben, wie es momentan läuft.“

Kommentare