Neuer Bahnhaltepunkt kann Vorteile für Neusser Norden bringen
von andy_schroeder | Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt Vorschläge und empfiehlt das Projekt anzuschieben.
Ein neuer Haltepunkt (HP) Neuss-Nordstadt des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Stadtteil Weißenberg ermöglicht schnelle, direkte, regelmäßige Zugverbindungen in die Richtungen Dormagen / Köln, Düsseldorf, Neusser Innenstadt und Meerbusch / Krefeld. Weiterhin entlastet der Haltepunkt den staugeplagten Straßenverkehr und die Busse zur Neusser Innenstadt. Zusammen mit dem schon deutlich weiter fortgeschrittenen HP Neuss-Johanna Etienne Krankenhaus der S28 bildet er große Synergieeffekte für einen großen Stadtteil.
Ausgangslage
Die Neusser Nordstadt gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Stadt Neuss. Die Abdeckung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) erfolgt gegenwärtig hauptsächlich über gut gefüllte bis überfüllte Buslinien. Lediglich im Süden der Nordstadt besteht eine fußläu-fige Nähe zum Neusser Hauptbahnhof. Im ÖPNV-Pendlerverkehr in andere Stadtteile oder um-liegende Städte erfolgt der Verkehrsfluss maßgeblich über die zentrale und staugeplagte Bus-Achse über die Neusserfurth Richtung Hauptbahnhof, die erst ab Neuss Hbf einen Umstieg in Eisenbahn, Stadtbahn oder Straßenbahn ermöglicht. Auch der Pkw Berufsverkehr in die Neusser Innenstadt und nach Düsseldorf leidet unter enormen Zeitverzögerungen durch Stau, was einen Umstieg auf den SPNV sehr attraktiv macht und die Straße entlastet.
Konzept für einen neuen Bahnanschluss
Der SPNV-Haltepunkt Neuss-Nordstadt schafft eine neue Anbindung, mit der Pendler aus der Nordstadt ohne Umstieg mit der Schiene in einem regelmäßigen Takt nach Düsseldorf, Meer-busch und Krefeld sowie Dormagen und Köln gelangen können. Die Anbindung nach Mönchen-gladbach verbessert sich mittelbar. Die direkte Schienenanbindung schafft dabei ein neues und dichtes Angebot und reduziert die Fahrtzeiten massiv. Die direkte Fahrtzeit zwischen Neuss-Weißenberg und Düsseldorf Hbf beträgt circa 11 Minuten. Das erspart pro Strecke mindestens 15 Minuten und bringt bei 210 Arbeitstagen mit Hin- und Rückfahrt 105 Stunden Lebenszeit pro Jahr. Richtung Köln ergeben sich sogar 140 Stunden Lebenszeit. Zusätzlich ist mit einer Entlastung des Busverkehrs in die Neusser Innenstadt Richtung Hauptbahnhof zu rechnen.
Zusammen mit dem neuen S-Bahn HP „Johanna Etienne Krankenhaus“ bildet er hervorragende Synergien. Die S-Bahn bedient andere Haltepunkte und spricht eher den westlichen Teil des Neusser Nordens an, während der HP Nordstadt den Nordosten anspricht. Und im Störungsfall kann man die andere Linie benutzen und besitzt so eine resiliente Zugverbindung.
Mit einem neuen Haltepunkt Neuss-Nordstadt sind Anpassung und Taktverdichtung der schon vorhandenen vier Buslinien und eine fahrradfreundliche Anfahrt hilfreich. ÖPNV-Projekte werden zu einem Großteil durch den VRR bezuschusst, sodass die Stadt Neuss nur einen geringen Anteil tragen muss.
Dr. Thomas Probol, stv. Landesvorsitzender von PRO BAHN Nordrhein-Westfalen: „Der neue Anschluss im Neusser Norden bietet rund 40000 Anwohnern einen hervorragenden Zugang zum SPNV, ohne dass ein neuer Zug fahren muss. Das ist in Zeiten knapper Gelder ein echtes Pfund. Und was immer gerne vergessen wird: Jeder Umsteiger in den SPNV bedeutet einen Pkw auf der Straße weniger, was anderen Autofahrern zu Gute kommt.“
Der PRO BAHN Landesvorsitzende Dr. Andreas Schröder ergänzt: „Für die Pendlerstadt Neuss bedeutet der Haltepunkt Neuss-Nordstadt eine schnelle Anbindung in umgebende Städte und Industriegebiete, die für viele Menschen schneller als die Fahrt zur Arbeit mit dem Pkw ist.“
Kontakt:
Dr. Thomas Probol – stv. Vorsitzender PRO BAHN Landesverband Nordrhein Westfalen Mobil: 0163-4011473, E-Mail probol@probahn-nrw.de
Dr. Andreas Schröder – Vorsitzender PRO-BAHN Landesverband Nordrhein-Westfalen Mobil: 0177-1984566, E-Mail: andreas.schroeder@pro-bahn.de
Bilder:

Direkt über der Gladbacher Straße kann der Haltepunkt entstehen.

Möglicher Standort des Haltepunktes direkt am Abzweig der Strecke nach Düsseldorf.

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