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Durchgehender Bahn-Express-Verkehr statt Umstieg an der Landesgrenze
Fahrgäste warten auf durchgehende Züge vom Ruhrgebiet über Paderborn nach Kassel Verkehr zwischen Westfalen und Nordhessen Bilder zur Pressemitteilung 'Durchgehender Bahn-Express-Verkehr statt Umstieg an der Landesgrenze' Neben einem durchgehenden Regionalbahn-Halbstundentakt mit verstärkenden zweistündlichen Expresszügen in Richtung Hamm-Münster/Ruhrgebiet gibt es auf der anderen Seite gerade mal 5 bis 6 durchgehende Züge zur ICE-Drehscheibe Kassel-Wilhelmshöhe. Auffälliger als an diesem Bahnhof kann das viel beschriebene West/Ost-Gefälle kaum sein. Wenn auch in Paderborn mit einer anderen Bedeutung.
Sechs Jahre sind vergangen, seit dem sich der Fernverkehr auf der Hellwegstrecke (Düsseldorf -) Hamm – Paderborn – Kassel (- Erfurt) abermals zurückgezogen hat. Bei vielen anderen Verbindungen muss in Warburg an der Landes- und Aufgabenträgergrenze umgestiegen werden. Mehrmals am Tag beobachtet der Fahrgastverband PRO BAHN an dieser Station das gleiche Schauspiel: Trauben von Reisenden quälen sich mit Gepäck durch die Türen von einer Regionalbahn in die andere. Nach 21:02 Uhr gibt es von Kassel gar keine direkte Möglichkeit mehr, nach Altenbeken, Paderborn oder Lippstadt zu fahren. Wer später aus dem Raum München, Stuttgart oder Frankfurt abgefahren ist, nimmt vorab weite und teure Umwege über Köln oder Göttingen dorthin in Kauf oder strandet in Kassel. Langjähriges Engagement Schon lange setzt sich PRO BAHN daher für ein baldiges Ende des Fahrplan-Flickwerkes aus drei verbliebenen Fernzügen und den beschriebenen Regionalbahnen ein, die Reisende an der Landesgrenze ausladen. Viele Fahrgäste aus der Region haben sich längst für andere Reisemöglichkeiten entschieden. „Wer sich die Kennzeichen der parkenden Autos auf dem Parkdeck in Wilhelmshöhe oder in den benachbarten Nebenstraßen ansieht, erkennt den Verbesserungsbedarf", so Michael Hecker, stellvertretender Vorsitzender von PRO BAHN Ostwestfalen-Lippe. Seiner Meinung nach müssen attraktive Verbindungen die Mittel- und Oberzentren und Bahnknotenpunkte der Hellweg-Hochstift-Region regelmäßig, mindestens zweistündlich, durchgehend und komfortabel an den ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe anbinden. Aufwertung der Verbindung nach Kassel längst überfällig Daher ist für den Fahrgastverband die Aufwertung der für die Region so bedeutsamen Verbindungen nach Kassel längst überfällig. Eine attraktive Bahnverbindung darf nicht an Landesgrenzen Halt machen nur, weil dahinter jemand anderes für die Bestellungen der Zugleistungen verantwortlich ist, dem trotz überregionaler Wichtigkeit vielleicht die Hände gebunden sind. Derzeit laufen die Neuausschreibungs-Planungen für die Jahre 2016 bis 2031. PRO BAHN rät zu dringenden Fahrplanüberarbeitungen im Sinne der bereits heute schon im Nahverkehrsplan des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) stehenden Forderungen nach durchgehenden Zügen. Michael Hecker sieht hier klar die Aufgabe der Region, diese Planungen voranzutreiben. Zumal die einmalige Chance besteht, die Züge mit dem zukünftigen Rhein-Ruhr-Express (RRX) zu verbinden, so dass regelmäßige Verkehre Düsseldorf – Kassel entstehen. Als Ziel für die Strecke formuliert Hecker einen "ganztägigen Zweistundentakt", der auch in den Tagesrandlagen nicht vor den Tagesthemen endet. Interessante Tagesverbindungen nach München und Stuttgart werden damit erst möglich. Gemeinsamer Takt und gemeinsamer Tarif für IC und RE Als Neuerung schlägt der Verband vor, dass auch die verbleibenden Intercity/ICE-Züge zu einem gemeinsamen Takt mit den geplanten Regionalexpress-Zügen integriert werden könnten: Unter der Voraussetzung, dass in beiden Zügen der Nahverkehrstarif gilt, kommt ein durchgängiges Angebot für den Fahrgast dabei heraus. Ein vergleichbares Konzept wurde zwischen dem Land Niedersachsen und der DB AG vereinbart und startet Ende 2013 zwischen Bremen, Oldenburg, Emden und Norddeich. Ein wichtiger Vorteil dieses Konzeptes: Die bestellenden Zweckverbände müssten nicht zu 100% eigene Regionalverkehre finanzieren, sondern einen wesentlich geringeren Tarifausgleich an die Deutsche Bahn AG zahlen, damit diese Nahverkehrsfahrkarten im IC/ICE anerkennt. „Das langfristige Ziel könnte auch auf der Strecke Rhein-Ruhr – Paderborn – Kassel ein durchgehender Stundentakt sein, wie es auf den meisten anderen Strecken in Nordrhein-Westfalen längst zum Standard geworden ist“, ergänzt der PRO BAHN NRW Landesvorsitzende Michael Bienick. Dieses könnten wie zwischen Bremen und Norddeich abwechselnd zweistündlich InterCity-Züge bzw. RegionalExpress-Züge sein. Ansprechpartner Michael Hecker Gottfried-Keller-Weg 17 33100 Paderborn Tel. +49 (0) 5251 2840860 Veröffentlicht am 08.08.2012 | 4.600 Klicks
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Schlagwörter Kassel OWL Paderborn Pressemitteilung PRO BAHN Warburg Bewertung Durchschnitt: 4 Punkte | 16 Bewertungen Kommentare Peter schrieb am 11.08.2012 um 08:29 Uhr
Meine MeinungAuch aus meiner Sicht hat die Strecke mehr Potential. Das setzt natürlich immer auch eine Nutzung von entsprechenden Fahrgästen vorraus. Bei der von Ihnen genannten Gruppe der Fernpendler sehe ich leider wenig Potential. Denn die Tagesrandverbindungen DO-KS-DO werden aus meiner Sicht sehr schlecht nachgefragt. Im Übrigen ist man spätestens seit Eröffnung der Neubaustrecke Köln-Frankfurt nun mal westlich von Dortmund schneller in Würzburg und südlicher. Also kommen aus zeitlicher Sicht maximal östliche Ziele (heute schon ICE nach Dresden) bzw. zeitunkritische Kunden (heute bereits ICE nach München, mit evtl. touristischer Verlängerung) in Frage. Ein mögliches Wachstum sehe ich durchaus im Regionalverkehr, bei entsprechender attraktiveren Fahrkartenangeboten. Für eine dreiköpfige Familie ist eine Fahrt von Paderborn nach Hofgeismar zum Normaltarif leider einfach nicht tragbar. Ausserdem könnte ich mir an Sommerwochenenden zusätzliche touristische Halte in Liebenau u. Hümme (Diemelradweg, Kanutouristik) u. Grebenstein gut vorstellen. Auch eine kostenlose Fahrradmitnahme von Paderborn nach Kassel wäre bei entsprechender Angeboterweiterung sicher mgl. (im NVV gibt es die bereits). Eine RE 1 Verlängerung nach Kassel halte ich für wenig sinnvoll, da die Fahrgastzahlen einfach geriger sind als im VRR. Die von Ihnen angesprochene allgemein in aller Munde zu seinende Mischfinanzierung Nahverkehr/Fernverkehr sehen ich wettbewerbsrechtlich kritisch und würde sicher Fernverkehrfahrgäste eher abschrecken. Eine weitere RE89-Verländerung möglicherweise zu einem Ein-Stunden-Takt am Sonntag Nachmittag (Abend) wäre sicher kein rausgeschmissenes Geld. Bei dieser Linie muss obendrein mindestens noch die obere Ruhrtalbahn, eine mgl. Elektrifizierung (auch Lage-Bielefeld für evtl. durchgehende Züge BI-KS), die Belange der Regiotram und auch der tlw. Parallelverkehr mit der Buslinie 485 (mit Anbindung in Scherfede, Warburg an die Schiene) berücksichtigt werden. |
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