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Nach längeren Diskussionen um eine sinnvolle Folgenutzung für das ehemalige Postgebäude am Düsseldorfer Hauptbahnhof konnte endlich ein Konzept verwirklicht werden, das neben weiteren Nutzungen im Gebäude selbst die Anlage des neuen Fernbusbahnhofes auf dem Vorplatz ermöglichte. Der Busbahnhof ist in Form einer breiten Mittelinsel mit jeweils 4 Haltepositionen ausgeführt und scheint damit verkehrlich ausreichend dimensioniert. Die Ausstattung der Anlage insgesamt wirkt jedoch - gemessen an den Anforderungen von Fernreisenden - ausgesprochen bescheiden.
Die an allen Haltepositionen vorhandenen Wartehallen sind die gleichen, die auch aktuell im Düsseldorfer Stadtverkehr zum Einsatz kommen, d.h. sie bieten bei kurzen Wartezeiten ausreichend Schutz vor Wind und Regen, sowie Sitzplätze zum kurzzeitigen Verweilen. Für die im Fernbusverkehr üblichen längeren Wartezeiten sind diese Stadtbus - Anlagen jedoch nicht geeignet, zumal auch eine überdachte Abstellmöglichkeit für größere Gepäckmengen fehlt. In dem ehemaligen Postgebäude wurde für den Busbahnhof lediglich ein kleines Verkausbüro der DTG mit einem ebenso kärglich ausgestatten Warteraum vorgesehen.
Eine kleine Kaffeebar, ein Geränkeautomat, ein paar alte Holzbänke und ein deutlicher Hinweis auf die Entgeltpflichtigkeit der Toilettenbenutzung (50 ct.), das ist alles. Ansonsten sind die Reisenden auf die Angebote im Hbf und seinem Umfeld verwiesen. Die Fahrpläne der einzelnen Unternehmen sind gleichmäßig auf die Fahrplankästen der Wartehallen verteilt, eine Gesamtübersicht über alle täglichen Abfahrten: Fehlanzeige.
Kommentar:
Die Anlage ist ausschließlich unter verkehrlichen Aspekten geplant und gebaut worden. Auf Komfortmerkmale für die Reisenden wurde bewusst verzichtet, weil einerseits entsprechende Angebote in der Umgebung vorhanden sind, auf der anderen Seite aber auch die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft als gering eingeschätzt wird. Es scheint, als würde der Linienbus - Fernverkehr, auch bei einer weiterer Liberalisierung und Konzessionierung innerdeutscher Verbindungen in erster Linie im Niedrigpreis - Segment stattfinden. Da die Betreiber aus Kostengründen in ortsfeste Infrastruktur kaum investieren und lediglich vorhandenes - Bahnhöfe oder auch Autobahnraststätten - mitbenutzen, entsteht ein in vielerlei Hinsicht verzerrter Wettbewerb, bei dem der Schienenverkehr preislich keinesfalls mithalten kann.
Auch ist zu diskutieren, ob Fernbusbahnhöfe regelmäßig im Zentrum einer Stadt realisiert werden müssen, oder nicht besser an einem Autobahn - nahen Verknüpfungspunkt z.B. Benrath oder Flughafen aufgehoben sind. Die Reisezeiten der Busse würden um die zeitraubenden Ein - und Ausfahrten in die Innenstädte verkürzt, der innerstädtische Verkehr um diese Fahrten entlastet.
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So gesehen kann ich mich dem bereits veröffentlichten Kommentar in weiten Teilen anschließen.
Kommentar von Stefan Mack am 21.03.10 - 20:06