Insgesamt hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im vergangenen Jahr 150 Infrastrukturmaßnahmen bewilligt und damit deren Finanzierung gesichert. Rund 145 Millionen Euro wurden dabei an die verantwortlichen Gemeinden oder Ver-kehrsunternehmen verausgabt.
Somit werden einerseits die verkehrliche Infrastruktur im Öffentlichen Personennahverkehr (
ÖPNV) verbessert, anderseits die Bauwirtschaft und insbesondere die mittelständischen Zulieferbetriebe und damit der Arbeitsmarkt gestützt. Die Aufgabe als Bewilligungsbehörde hatte das Land Nordrhein-Westfalen (
NRW) durch das Anfang 2008 in Kraft getretenen ÖPNV-Gesetz (ÖPNVG NRW) dem Verbund übertragen. Der VRR kümmert sich seitdem um die Modalitäten der Infrastrukturförderung sowohl für die festgelegten Maßnahmen im Landesinteresse nach §13 ÖPNVG NRW als auch um kommunal bedeutende Projekte nach §12 des ÖPNVG NRW. Die Fördersumme entspricht im Regelfall 85 Prozent der Gesamtinvestition. Für 2010 sind die Förderlisten bereits aufgestellt und verabschiedet. Die Maßnahmenliste §12 umfasst 92 Projekte mit einem Fördervolumen von knapp 120 Millionen Euro.
„Der VRR-Verwaltungsrat beschließt den jährlichen Förderkatalog und stellt damit die politischen Weichen für weitere Verbesserungen der Infrastruktur im Nahverkehr“, erklärt VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann. „Der Verbund als Bewilligungsbehörde fordert die Kommunen und Unternehmen immer wieder auf, die gelisteten Projekte auch umzusetzen und die entsprechenden Gelder abzurufen, auch wenn der finanzielle Spielraum einiger Gemeinden sehr problematisch ist. Investitionen sind immer ein sinnvoller Einsatz für die Zukunft“, so Husmann abschließend.
Ein Schwerpunkt: KulturhauptstadtIm Vorfeld von RUHR.2010 lag 2009 ein Förderschwerpunkt auf Maßnahmen im Zusammenhang mit diesem Großereignis. Zu erwähnen sind dabei insbesondere der behindertengerechte Umbau des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (
ZOB) in Bottrop, der Neubau von zwei Pavillons als Kundencenter am Hauptbahnhof in Essen, die Modernisierung des Empfangsgebäudes am Hauptbahnhof in Mülheim an der Ruhr, der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs am Essener Hauptbahnhof und die Modernisierung des Verkehrsplatzes am
S-Bahnhof Essen-Steele sowie der behindertengerechte Ausbau der Straßenbahnhaltestelle Zeche Zollverein. Die feierliche Einweihung das Essener Hauptbahnhofs fand am 16. Januar 2010 statt.
Bewilligungen aus der
MOF IIInsgesamt 34 Bewilligungen in 2009 resultieren aus der Ende 2008 zwischen dem Land NRW, der
DB AG und den Zweckverbänden beschlossenen Modernisierungsoffensive II (MOF II) für kleinere und mittlere Bahnhöfe des Schienenpersonennahverkehrs. Auch an den Großbahnhöfen ging es 2009 voran. Die Maßnahme am Hauptbahnhof in Essen ist bereits fertig gestellt und die vereinbarten Empfangsgebäude in Duisburg und Dortmund befinden sich im Bau.
Behindertengerecht und umweltfreundlichZur Stärkung des ÖPNV werden mit Hilfe der Förderung viele zentrale Omnibusbahnhöfe und Bushaltestellen modernisiert oder neu gebaut. Die Anlagen werden behindertengerecht gestaltet und bieten Schutz bei schlechtem Wetter und dynamische Fahrgastinformation, teilweise sind sie auch mit
WC-Anlagen ausgestattet. Verbundweit wurden dazu in 2009 mehr als 15,5 Millionen Euro in Zuwendungsbescheiden bewilligt. Durch die Förderung von 22 Hybridbussen für zehn Verkehrsunternehmen setzt der VRR einen wichtigen Impuls in puncto Klimaschutz und dokumentiert seine Verantwortung für die Umwelt. Mitte 2010 sollen die Fahrzeuge ausgeliefert werden. Allein dieses Projekt erhält eine Förderung von 10 Millionen Euro.