PRO BAHN für Reaktivierung der Begatalbahn

| Perspektiven für lippisches Bergland

Ein Triebwagen der Eurobahn pendelte 2009 im Rahmen eines Bahnhofsfestes zwischen Dörentrup und Barntrup. Foto: Falko Sieker

(Willi Wächter) Pfade, Steige, Wege und eine atemberaubende Landschaft, so beschreiben Kenner das nordlippische Bergland, welches deshalb auch "Die lippische Schweiz" genannt wird. Dörentrup und Barntrup auf der West-Ost-Achse des Begatals sind eingebettet in die fünf Blütenbläter der lippischen Heckenrose. Erholung und Wellness in intakter Landschaft sind Prämissen, die sich in der augenblicklichen Zeit besonders die Städter wünschen. Also eine gute Voraussetzung für Erholungssuchende im Naturpark süd-östlicher Teutoburger Wald.

Neben dem Faktor Tourismus gibt es in den beiden Orten eine gute Mischung aus Kleinbetrieben, Zukunftstechnologien und Kultur. Die politisch Verantwortlichen haben erkannt, dass es einen endlosen Wettbewerb zwischen großen und kleinen Kommunen um die beste Standortattraktivität gibt - wie andere Ortschaften zwischen 8000 und 10000 Einwohnern müssen sich auch Dörentrup und Barntrup immer wieder mit Neuigkeiten präsentieren. Es gilt: die Gemeinde mit jungem, modernen Flair den aktuellen Bedürfnissen mit einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur anzupassen, erläutert Verkehrsexperte Willi Wächter von PRO BAHN.

Die aktuellen Zahlen belegen dieses: Die Eisenbahn ist bei Reisenden beliebt, 2017 gab es für den Schienennahverkehr einen Zuwachs von 2,7%; der Busverkehr legte bundesweit um 0,5% zu. Unser Vorschlag zur Reaktivierung der Begatalbahn ergänzt sich mit den Aussagen von Landrat Dr. Axel Lehmann im Rahmen der Mobilitätsbefragung des Kreises zu einem klimafreundlichen Verkehr mit einer vernetzten Nutzung z.B. von Bahn, Bus und Fahrrad, so Wächter. Die Bertelsmannstiftung hat für das Begatal bis 2020 und darüber hinaus eine Bevölkerungsabnahme berechnet. Um das zu verhindern, sind für Wirtschaft und Verkehr neue Handlungsfelder gefragt. Das muss unter anderem die Attraktivität des Schienengüterverkehrs einschließen. Im Raum Detmold findet bespielsweise nachwievor Güterverladung über die Schiene statt. Darüber hinaus können sich für das östliche Lipperland Synergieeffekte ergeben.

Vor diesem Hintergrund wird neben anderen Faktoren eine leistungsstarke Zugverbindung als Grundgerüst mit einem Bus-Zubringerverkehr ein wichtiger Standortfaktor zur Reduzierung der Abwanderung für Wirtschaft und Bevölkerung sein. Diese Symbiose wird sogar benötigt, weil der motorisierte Individualverkehr einen größeren Flächenverbrauch hat, er die Teilhabe von Menschen, die aus körperlichen oder wirtschaftlichen Gründen am Individualverkehr nicht teilhaben können, ausschließt und die Luftverschmutzung gegenüber dem ÖPNV um ein Vielfaches höher ist.

Der Trumpf ist eindeutig: Nach Abschluß aller behördlichen und finanziellen Vorarbeiten kann das Rad auf den Schienen in rund eineinhalb Jahren rollen, ist Wächter überzeugt


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