VRR beschließt Taktumstellung bei S-Bahn-Linien ab Ende 2019

| Neuer S-Bahn-Takt kommt

Die Entscheidung ist gefallen, der neue S-Bahn-Takt kommt auf einigen Linien ab dem Fahrplanwechsel 2019. Wir berichteten darüber bereits online sowie in der aktuellen Ausgabe der Ruhrschiene. In enger Abstimmung mit den Unternehmen, Fahrgastverbänden und den politischen Gremien entwickelte der VRR ein Konzept für die Taktumstellung, welches am  Freitag, 22. Mai 2015, durch den Verwaltungsrat des VRR im Rahmen einer Sondersitzung mehrheitlich beschlossen wurde.

Für eventuell anfallende Mehraufwände der kommunalen Verkehrsunternehmen bei der Anpassung bei Bus und Stadtbahnen stellt der VRR finanzielle Mittel bereit.

Wir haben die Pressemitteilung sowie die Beschlussvorlage an dieser Meldung angepinnt.


Kommentare

Kommentar von Alexander Dietz |

Richtige Entscheidung! Angesichts wenig rosiger Aussichten betreffend der zukünftigen Höhe der Regionalisierungsmittel ist die Bündelung von Verkehrsleistungen zu Stoßzeiten und eine Taktstreckung zu weniger aufkommensstarken Zeiten und auf weniger ausgelasteten Abschnitten einleichtend. Der 15/30-Takt auf S-Bahnen paßt auch besser zu 30-Minuten-Takten auf RB- und RE-Linien.

Ich kann mir auch auf RE- und RB-Linien eine stärkere Berücksichtigung von HVZ, NVZ und Tagesrandlagen im Takt vorstellen, z. B. 15/30/60- oder 30/60/120-Taktmuster. Auf Nebenstrecken kann ich mir zwischen 22 und 5 Uhr auf (sehr) schwach ausgelasteten Abschnitten auch Ruf-Schnellbusse  statt ersatzloser Streichung von Spätfahrten vorstellen, die um diese Zeit wegen des geringen Verkehrs und Fahrtplanung vor Ort nach Fahrtwünschen kaum länger brauchen als die Bahn zwischen 5 und 22 Uhr. Die Betriebspause könnte auf eingleisigen Strecken auch für Bau- und Wartungsarbeiten genutzt werden, um tagsüber SEV zu vermeiden.

Kommentar von Alexander Dietz |

Aber deutlich von Nachteil ist die fehlende Verständigung zwischen VRR und VRS, deren Verkejrsnetze doch im Rhein-Ruhr-Raum stark verflochten sind. Nachdem der VRR Tatsachen geschaffen hat, sollte der VRS schleunigst nachziehen, damit nicht mitten im Ballungsraum verschiedene S-Bahn-Taktungen gelten.

Kommentar von Sarah Falkenbach |

Wie kann der VRR denn Duisburg und Mülheim nicht mehr als "Kernruhrgebiet" ansehen? Und was nützt einem Pendler, der auf die S1 angewiesen ist (u.a. viele Studenten, die zur TU Dortmund pendeln), ein neu geschaffener RE42, der anscheinend von Duisburg bis Essen fährt?! Die S1 ist eine Lebensader durch's Revier, und die wird jetzt durchgeschnitten. Furchtbar inkompetente Entscheidung!

Kommentar von che |

Ich kann in dem neuen Takt keine wirkliche Verbesserung erkennen. Den Kunden wird sie als "Vorleistung zum RRX" verkauft, dessen Start in seiner letzten Ausbaustufe im dichtem 15' Takt unbekannt ist.
Stattdessen wird das Streckenangebot verschlechtert, Takte ausgedünnt und Umsteigemöglichkeiten durch die verschiedenen Taktstrukturen schlicht unmöglich. Wo der VRS in Köln auf dem Weg zu einem 10' S-Bahntakt ist, (übrigens ausdrücklich mit Altfahrzeugen, weil das für die Kommunen preiswerter ist, als die teure VRR Variante ausdrücklich vorgeschriebener teurer Neufahrzeuge) beschliesst der VRR das Gegenteil. Auch von einem Fahrgastverband erwarte ich deutlich kritischere Stellungnahmen.

Kommentar von S-Bahn- Fahrer |

Ich pendele regelmäßig ab Essen (Frohnhausen) mit der S-1 nach Düsseldorf. Es wäre für viele Berufspednler schon ein herber Verlust, wenn diese Direktverbindung ab Essen zum Flughafen Düsseldorf und nach Unterrath sowie Derendorf - wo sich sehr viele Arbeitsplätze befinden, ausgedünnt wird. Der 20-Minuten Takt stößt bereits jetzt in den Stoßzeiten außerhalb der Schulferien zwischen Essen und Duisburg definitiv an seine Grenze, ich schätze dass dann immer um die 90 % aller Sitzplätze belegt sind . Würde das für alle die Pendler bedeuen, in Dusiburg immer 10 Minuten Reisezeit verlieren? Das wäre eine Katastrophe - da muss ich mich meinen Vorrednern zum Thema S1 anschließen! 

Kommentar von Manfred |

Um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu bewegen, ist diese Vorgehensweise absolut kontraproduktiv. Anstatt den Takt auszudünnen von 20 auf 30 Minuten, erwartet der potentielle Fahrgast eher eine Taktverstärkung von 20 auf 10 Minuten. Dies wäre der richtige Weg der eingeschlagen werden müsste!


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