Bus & Bahn im NRW-Grenzverkehr stärken

| Anlässlich eines Symposiums in Enschede appelliert der Fahrgastverband PRO BAHN zu mehr Mut und Entschlusskraft für grenzüberschreitenden Nahverkehr.

Bus & Bahn im NRW-Grenzverkehr stärken

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die Bemühungen verschiedener Akteure und appelliert daran, das Momentum der Klimadebatte zu nutzen um konkrete Entscheidungen zugunsten des grenzüberschreitenden Nahverkehrs zu treffen. Eine Häufung von Diskussionen zum Thema zeigt die Ernsthaftigkeit der Ideen, etwa das Enschede-Symposium Ende Oktober.

Mittlerweile gibt es konkrete Verbesserungen im Fern- und Regionalverkehr: Die neulichen Meldungen zu ÖBB-Nachtzügen nach Brüssel ab Januar 2020 und nach Amsterdam ab 2021 sind Lichtblicke. Überlegungen für eine Verbindung Eindhoven-Düsseldorf ab 2025 werden konkret und es gibt Bestrebungen, die östlichen Niederlande an den Düsseldorfer Flughafen besser anzubinden. Ein Erfolg ist der neue RE18 Maastricht-Aachen, dessen Verlängerung nach Lüttich allerdings noch realisiert werden muss. Lückenschlüsse wie Enschede - Gronau können Netze verbinden und wirken flächendeckend. Derweil bleibt im Nahverkehr viel Potenzial ungenutzt. Trotz des Widerstandes von niederländischen Kommunen ist aus unserer Sicht die Reaktivierung Nimwegen - Kleve nicht ad acta zu legen, würde sie doch eine logische Verbindung zwischen Gelderland und Rhein-Ruhr darstellen. Im Busverkehr besteht viel Verbesserungspotenzial. Emmerich - Doetinchem, Mönchengladbach – Roermond, Bocholt-Aalten und Oldenzaal - Nordhorn (Niedersachsen) sind Beispiele. Funktionierende Nahverbindungen sind wichtig für Grenzlandbewohner, Studenten, Einkäufer und sonstige Tagesausflügler. Nicht zu vernachlässigen ist zudem der Schienengüterverkehr nach Antwerpen und Rotterdam über den ‚Eisernen Rhein‘ und die Betuwe-Linie, unter Berücksichtigung von Lärmschutzinteressen.

Für zukünftige Projekte ist die Einbindung in die Planungen zum Deutschlandtakt ebenso notwendig wie eine Verzahnung mit den Regionalverkehren. Auch eine verbesserte tarifliche Integration des Fernverkehrs in die regionalen Systeme wird angeregt, wie das Negativbeispiel Thalys zeigt. Die Aufwertung von Regionalverkehren zu Fernverkehrsangeboten ist für bestimmte Strecken zu erwägen, wie bei der Linie Düsseldorf - Luxemburg geschehen.

Jetzt muss die Chance genutzt werden, um signifikante Verbesserungen im grenzüberschreitenden Nahverkehr rund um Nordrhein-Westfalen zu erreichen.


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