Programm Fokus Bahn NRW zieht Bilanz

| Personalgewinnung und -ausbildung sind essenzielle Bausteine für funktionierenden Nahverkehr

Der allgemeine Fachkräftemangel bei Bus & Bahn war noch kürzlich in aller Munde, als im Streit um die Neuvergabe bei den S-Bahnlinien S1 (Dortmund-Solingen) und S4 (Dortmund-Unna)  der VRR die Notbremse zog und die Vergabe an Keolis aufgrund fehlenden Personals zurücknahm. Der Fahrgastverband PRO BAHN weist seit Jahren auf Personalengpässe im System Schiene hin und fordert bessere Ausbildungs- und Vergütungsbedingungen. Langfristige ÖPNV-Ausschreibungen müssen gezielt solche Qualitätskriterien berücksichtigen. Das 2019 gestartete NRW-Programm „Fokus Bahn“ soll die Ausbildungsbedingungen in der Bahnbranche vereinheitlichen, verbessern und die Übernahme von Ausbildungskosten durch das Land NRW in Ausnahmefällen ermöglichen. Der Fahrgastverband sieht diese als wichtige Maßnahmen an, um Schienenberufe attraktiver zu machen und der Erwartung von steigenden Fahrgastzahlen im ÖPNV gerecht zu werden. Eine Zwischenbilanz zog NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst am 4. März 2020 in einer Pressekonferenz. Der Fahrgastverband PRO BAHN warnt vor übertriebenen Erwartungen. Aufgrund der Ausbildungsdauer und der hohen Durchfallquoten von üblicherweise über 30% könne es dauern, bis die Verbesserungen beim Fahrgast ankommen. Eine weitere Hürde für die Attraktivität der Lokführerausbildung sei das Mindestalter von 20 Jahren.


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